Hotcha's Calypso Now Label

June 24, 2010

Angeldust: Hier der Reprint

Filed under: Zines, deutsche Postings — Tags: , , — Hotcha @ 10:12 pm

Im Juni 1985 erschien in Biel das ambitionierte Popmagazin Angeldust zum ersten Mal. Drei Nummern sollten es insgesamt werden, dann war schon wieder Schluss. Wenn man sich das Magazin heute ansieht, wundert es nicht, dass die drei hauptsächlichen Autoren, die beiden Redaktoren Michael Angele und Martin Schori sowie Rudi Tüscher (Chef vom Dienst, ich selber) nach drei Monaten genug hatten – da haben sich drei beidseitig brennende Kerzen in kürzester Zeit gegenseitig geschmolzen, so kann man das natürlich nicht machen. Dafür aber haben die Nachgeborenen nun ein echtes Oeuvre zu bestaunen – hier also die erste Nummer, Angeldust 6/85 [pdf]
.

Schon in der ersten Nummer kommt die Frechheit der Macher zum Vorschein. Da werden etwa Inserenten aufgelistet und gleich wieder provokativ gestrichen, offenbar hatten diese sich geweigert, auch ein Inserat zu schalten. Oder ein in letzter Sekunde eingereichter Konzertbericht von Busenfreund Kleo Halbeisen, von Hand auf einen Fresszettel geschmiert, mit dem gross hingeschriebenen Zusatz “Betreffend David Thomas” versehen, wird als winziges Faksimile abgedruckt, nur mit der Lupe ist es halbwegs lesbar! Derselbe Kleo wird ob seiner Reportage aus Winterthur gleich im Einleitungstext der Redaktion liebevoll des sozialen Realismus unter Anwendung des modernen Kurzsatzes geziehen, ja recht eigentlich durch den Kakao gezogen. Keine Ahnung, was gegen Sätze wie die folgenden einzuwenden ist. Ihr etwa?

“Lampenfieber, ja und nein. Eine Spannung, wie wird es werden? Hoffentlich gut. Die Subterraneans gehen an die Instrumente. Fröhlicher, harter Beat, keine Eigenkompositionen. Lust zum Tanzen, aber keiner und auch keine wagt den ersten Schritt. Exhibitionisten gesucht. Die Stimmung freundlich, distanziert, nicht überbordend. Die Gäste kennen sich. Die Bands sind ein willkommenes Uebel. Alle sind mit sich selber beschäftigt. Ihre Zugabe.

Scheisse jetzt sind wir dran. Umbauen, die letzte Zigarrette.”

Also, ihr? Ahnung??

PS: “Garagenrock in Brügg und Port” ist im Fall autobiographisch und durch meine Person verbürgt.

Angeldust’s frechste Nummer: Klatsch Tratsch Boulevard

Filed under: Zines, deutsche Postings — Tags: , , , — Hotcha @ 10:12 pm

Dies ist nun die zweite Nummer von Angeldust (Angeldust 6/1985) [pdf].

Wer mit einem Titel “Hungry For What: Die Menschenhasser” aufmacht, schielt in der kleinen Schweizer Szene natürlich eindeutig auf die Auflage; immerhin war die Band nicht nur eine der Besten zu der Zeit, sie wurde in Zürich und Bern auch als arrogant angesehen – dabei ist Arroganz nur der gesunde Bieler Reflex, der die Stadt dann auch nachhaltig in der jüngeren Rockgeschichte verankert hat. Aber das ist eine längere Geschichte, dazu müsst ihr schon regelmässig diesen Blog hier lesen, um der Sache definitiv auf die Spur zu kommen!

Auch Rudi Dietrich kriegt in dieser Nummer sein Fett ab, sehe ich grad, hatte ich ganz vergessen. Doch auch Rudi hat, wie Buzz von HFW, die Sache damals sportlich genommen. Und uns seine Sympathie nie entzogen. Schön!

In dieser Nummer beginnt auch die zweiteilige Serie über Walti Anselmo, die Gitarrenlegende der Beat- und ProgRock-Ära, Oral History nennt man das in den Universitäten, habe ich mir sagen lassen.

Angeldust’s Abgesang: New Wave Revival 15 Jahre zu früh angekündigt

Filed under: Zines, deutsche Postings — Tags: , , — Hotcha @ 10:12 pm

Dies hier ist die letzte Nummer des Bieler Musik Magazins Mit Nationaler Ausstrahlung, Angeldust 8 (1985) [pdf] .

Lustigerweise hatte hier Chefredakteur Michael Angele das New Wave Revival bereits 15 Jahre zu früh vorher gesagt – um 2000 ist es dann Wirklichkeit geworden, sagt zumindest jemand in der Wikipedia. Weiters werden in dieser Nummer wieder die Steckenpferde der Macher zu Schanden geritten: Prefab Sprout, Deep Freeze Mice, Frauen in der Popmusik, Popmusik und Wissenschaft. Auch Handfestes findet sich natürlich wieder, z.B. der zweite Teil des heute noch grundlegenden Walti-Anselmo-Interviews oder News aus Schaffhausen von Lokalmatador Stephan E. Ramming. Die ganz grosse Form findet Angeldust aber ohne Zweifel im grossen Erlebnisbericht Angeles über die Ostschweizer Szene, die er in nur zwei Tagen bis zur Erschöpfung und bis in den hintersten Winkel (Rebstein) ausrecherchiert hatte.

Danach wurde das Magazin aus menschlichen Gründen eingestellt – die Abonnenten noch mit einer Ausgabe auf Kassette ruhig gestellt.

June 11, 2010

Ingeborg Schober

Filed under: deutsche Postings — Tags: — Hotcha @ 7:24 pm

Ihr Name ist untrennbar verbunden mit den ganz grossen des Krautrock, mit Can, Kraftwerk, Popol Vuh und vor allem mit Amon Düül, über die sie ein grossartiges Buch geschrieben hat. Nun ist Ingeborg Schober gestorben.

Bei der SZ gibts zum Gedenken einen Artikel von ihr mit einigen grossartigen Musikvideos von youtube. http://sz-magazin.sueddeutsche.de/musikblog/zum-gedenken-an-ingeborg-schober/

Unbedingt den PC mit der guten alten Analogstereoanlage verkabeln, um sich das anzuhören!

June 10, 2010

Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand

Filed under: Radioshow, deutsche Postings — Hotcha @ 10:17 am


Meine Radiostation LaTriperie ist übrigens immer noch online – unterdessen habe ich mehr als 4000 Titel digitalisiert und hinauf geschaufelt. Zu Beginn habe ich ja vor allem thematische Sendungen gemacht, wie

  • Tango Mambo Cuba Mexico
  • Tribute to Evelyn Künnecke
  • Musique judéo-arabe
  • Opera
  • Hawaii Calls
  • Le Pop
  • Tribute to Sun Ra
  • Tribute To New Rose
  • Tribute To Holland Dozier Holland
  • German Soft Porn Tracks
  • Polskiego Radio Orkiestra Teczna
  • Les splendeurs de l’Orient
  • Sous l’ombre des pyramides
  • Morgan Khan’s Dance Decade
  • Schlager von Polydor 1944 – 1972
  • Schamlos
  • Schamloser
  • Deep Soul
  • Dancefloor Fillers
  • Tina Brooks On Blue Note
  • Herbie Hancock On Blue Note
  • Stax/Volt in The 50’s
  • Stax/Volt in The 60’s
  • Stax/Volt in The 70’s
  • Camarata And The Kingsway Symphony Orchestra

Welch eindrucksvolle Liste, meine Güte, ich würde mich verzehren vor Sehnsucht nach solcher Musik, hätte ich sie nicht einfach so im wahlfreien Zugriff!
Was vorhin grad so lief:

  • Die Original Kilima Hawaiians – Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand
  • Die Sweetles – Ich wünsch mir zum Geburtstag einen Beatle
  • Die Tahiti Tamourés – Tahiti Mafatu
  • Die Pramauer Buam – ‘S Hoamatgläut
  • und Dillinger & Clark, Die Zimmermänner, Dillinger, Dik Dik etc.

Halt alles mit Buchstaben ‘D’ am Anfang – im Moment hudle ich nämlich die ganzen 68 Seiten, die die Songliste im Moment umfasst, von Anfang bis Schluss der Reihe nach durch. Das werde ich wohl noch einen Moment lang so halten, mir gefällt halt die ständige Überraschung am allerbesten. Wenn auf Schlager ein Ländler, ein Hardrock oder eine Opernarie folgen kann, dann erst ists mir so richtig wohl.
Hier gehts zum Sender: http://www.laut.fm/latriperie

January 24, 2010

Castanets: Kassetten auf Lokalradiostationen

Filed under: Radioshow, deutsche Postings — Tags: , , — Hotcha @ 6:21 pm

Diese Woche habe ich eine grosse Schachtel mit Dutzenden von Logbändern und -Kassetten von Radiosendungen gefunden, die ich ab 1984 bei den verschiedensten Lokalradio platzieren konnte. Man darf nie vergessen: Da entstanden auf einen Schlag wohl zwei Dutzend lokaler Radiostationen, meist von Journalisten und sonstigen Leuten des Wortes gegründet. Von Musik hatten diese wenig Ahnung – ein weit offene Lücke für Musikfreaks jeglicher Couleur. Und das Abend- und Nachtprogramm wurde so zu deren Spielwiese. Was es da nicht alles für Sendungen gab!

Unglaublich, dass meine Tapes zeitweise in Biel, Bern, St. Gallen und Zürich ihren festen Platz im Programm hatten!

Aus dieser Schachtel habe ich eine Sendung vom Sommer 1984 herauspräpariert, weil diese einen Schwerpunkt auf die Veröffentlichungen von Servil legt. Servil: Das Label von Fit+Limo, woraus später die Shiny Gnomes hervorgingen, eine Band, über die hier auf jeden Fall noch intensiv berichtet werden muss. Vorher aber müsste noch über Pure Lüge berichtet werden. Auch das muss ich mir für später aufheben. Hier bloss der Hinweis auf eine Webseite, wo mehr über diese Bands nachgelesen werden kann.

Castanets


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Da ich zu jener Zeit immer chronisch knapp war, habe ich die Sendungen auf die billigsten Tapes überhaupt aufgenommen, C-120er Nonames, die es für ca. 2.50 gab. Heisst: Die Qualität ist manchmal unterirdisch, bei dieser Sendung vor allem gegen den Schluss…

December 13, 2009

Die Pleite

Filed under: Radioshow, deutsche Postings — Tags: — Hotcha @ 12:00 am

Kann man unkommerzielle Kassettenproduktionen noch kommerziell unterbieten? Die Serie ‘Die Pleite’ hat das jedenfalls versucht. Ich glaube, den Serientitel habe ich von einer Zeitschrift des Malik-Verlags aus den 20er Jahren übernommen; wenn ich nun google, muss ich feststellen: Auch den Schriftzug… so war sie halt, die Postmoderne.

Die Pleite wurde, soviel ich mich entsinne, gratis gegen Einsendung einer Leerkassette oder für fünf Franken inkl. Porto abgegeben. Entsprechend war auch der Inhalt: Sachen, die man halt nicht verkaufen konnte, die aber trotzdem wichtig waren, etwa eine Radiosendung zur Pensionskasseninitiative (habe ich noch irgendwo, ist staubtrocken, 90 Minuten diskutieren zwei Linke miteinander…)

Hier nun die Pleite 005 – eine Radiosendung zum Thema ‘neue CH-Kassetten’, lief damals auf Lora, hiess ‘Stupid Stupid’, ich schäme mich ein wenig meiner ausufernden Moderation und meines miesen Interviewstils, aber ich gebe zu, ich war damals interviewmässig schon eher die Michelle-Hunziker der Indie-Szene – miese Fragen, keine Idee, keine Linie, einfach Worte brabbeln, in der Hoffnung, der andere könne was anfangen damit. Glücklicherweise war mein Gegenüber ein Mann des Wortes, der heutige Erfolgsautor Wolfgang Bortlik a.k.a. Bölke.

Stupid Stupid


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December 6, 2009

MAXIMUM ROCKNROLL!!!

Filed under: Radioshow, Zines, deutsche Postings — Tags: — Hotcha @ 3:00 pm

Irgendwie wohl eines der verrücktesten Punkprojekte überhaupt. Mir sind die wieder eingefallen, als ich hier ein Tape fand mit einer alten Maximum Rocknroll Radioshow, mag etwa aus 85 stammen, habe es wahrscheinlich gleichzeitig mit den Heften erhalten, die die letzten 20 Jahre in meinen staubigen Fanzine-Stapeln ruhten. Die Hefte sind eigentlich auch nur tagesaktuell brauchbar, aber heute total lustig anzuschauen. Dick, eng bedruckt, graues Papier, Verkaufspreis (damals) 1 USDollar, heute liegt dieser bei 3 $ – und als Informationsquelle wahrscheinlich so unverzichtbar wie eh und je.

Zudem läuft ihre Radioshow noch immer, und sie klingt noch genau so wie vor über 20 Jahren, sogar der Anfangsspruch mit “Tim and the gang” ist noch der selbe hahaha. Na ja, MRR war immer schon eher trocken, mit einem Anflug von Zentralkomitee-Ästhetik rundum.

The Maximum Rocknroll Radioshow, ~1985


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Hier gibt’s noch ein paar eingescannte Seiten für den Gluscht (alles 1985)

Krakatit – wie wird es hergestellt

Filed under: Radioshow, deutsche Postings — Hotcha @ 12:00 pm

Krakatit – wie wird es hergestellt? So hiess meine Radiosendung, die ich in deren Startphase in Schweizer Lokalradios platzieren konnte. Unter anderem Namen lief sie auch zeitweise in Bern, St. Gallen, Zürich, unter Namen wie ‘Labor’, ‘Stupid Stupid’, ‘Blow Job’ bzw. ‘Piepston’. Letztere bei Lora ;-) Der Name wurde mir dann untersagt, deshalb Piepston…

In der Sendung wurde praktisch ausschliesslich Independent-Material gespielt, vieles natürlich von Kassette. Gestern ist mir ein Stapel 90er Kassetten mit einer Sendung von 1990 in die Hände gefallen, die ich damals als Promo an die Labels und Musiker verschickte, die mich bemustert hatten. Das Highlight sind sicher einige Tapes von Daniel Johnston, die vorgestellt werden.

Ich lasse die Sendung hier für kurze Zeit online, muss sie dann aber irgendwann löschen – der Platz auf dem Server ist kostbar, und ich habe noch tonnenweise Material

Krakatit – Wie wird es hergestellt?


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Heute wäre eine solche Sendung natürlich unmöglich – die Lokalradios haben ihre Experimentalphase schon lange hinter sich und senden nur noch Schrott, soweit ich das überblicken kann.

November 30, 2009

Kommentar, ohne Worte

Filed under: deutsche Postings — Tags: — Hotcha @ 10:00 pm
Muezzin?


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Kassette in Paris gekauft, 1983 glaubs

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