Kann man unkommerzielle Kassettenproduktionen noch kommerziell unterbieten? Die Serie ‘Die Pleite’ hat das jedenfalls versucht. Ich glaube, den Serientitel habe ich von einer Zeitschrift des Malik-Verlags aus den 20er Jahren übernommen; wenn ich nun google, muss ich feststellen: Auch den Schriftzug… so war sie halt, die Postmoderne.
Die Pleite wurde, soviel ich mich entsinne, gratis gegen Einsendung einer Leerkassette oder für fünf Franken inkl. Porto abgegeben. Entsprechend war auch der Inhalt: Sachen, die man halt nicht verkaufen konnte, die aber trotzdem wichtig waren, etwa eine Radiosendung zur Pensionskasseninitiative (habe ich noch irgendwo, ist staubtrocken, 90 Minuten diskutieren zwei Linke miteinander…)
Hier nun die Pleite 005 – eine Radiosendung zum Thema ‘neue CH-Kassetten’, lief damals auf Lora, hiess ‘Stupid Stupid’, ich schäme mich ein wenig meiner ausufernden Moderation und meines miesen Interviewstils, aber ich gebe zu, ich war damals interviewmässig schon eher die Michelle-Hunziker der Indie-Szene – miese Fragen, keine Idee, keine Linie, einfach Worte brabbeln, in der Hoffnung, der andere könne was anfangen damit. Glücklicherweise war mein Gegenüber ein Mann des Wortes, der heutige Erfolgsautor Wolfgang Bortlik a.k.a. Bölke.
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