Hotcha's Calypso Now Label

June 24, 2010

Angeldust’s frechste Nummer: Klatsch Tratsch Boulevard

Filed under: Zines, deutsche Postings — Tags: , , , — Hotcha @ 10:12 pm

Dies ist nun die zweite Nummer von Angeldust (Angeldust 7/1985) [pdf].

Wer mit einem Titel “Hungry For What: Die Menschenhasser” aufmacht, schielt in der kleinen Schweizer Szene natürlich eindeutig auf die Auflage; immerhin war die Band nicht nur eine der Besten zu der Zeit, sie wurde in Zürich und Bern auch als arrogant angesehen – dabei ist Arroganz nur der gesunde Bieler Reflex, der die Stadt dann auch nachhaltig in der jüngeren Rockgeschichte verankert hat. Aber das ist eine längere Geschichte, dazu müsst ihr schon regelmässig diesen Blog hier lesen, um der Sache definitiv auf die Spur zu kommen!

Auch Rudi Dietrich kriegt in dieser Nummer sein Fett ab, sehe ich grad, hatte ich ganz vergessen. Doch auch Rudi hat, wie Buzz von HFW, die Sache damals sportlich genommen. Und uns seine Sympathie nie entzogen. Schön!

In dieser Nummer beginnt auch die zweiteilige Serie über Walti Anselmo, die Gitarrenlegende der Beat- und ProgRock-Ära, Oral History nennt man das in den Universitäten, habe ich mir sagen lassen.

December 12, 2009

Walti Anselmo Rocklegende

Filed under: Bands, Zines — Tags: — Hotcha @ 2:00 pm

Habe diese Woche per Zufall in einem Ordner meine Angeldust wieder gefunden – ich war überzeugt, kein Exemplar dieses legendären Fanzines von 1985 mehr zu besitzen. Nachdem ich andernorts bereits meinen damaligen Artikel über Garagenrock in Brügg und Port veröffentlicht habe, nun hier noch der Nachschlag. Da geht’s um die grosse weite Welt, allerdings.

Walti Anselmo war in den 60er Jahren der wohl bekannteste Beat-Gitarrist der Schweiz und gründete dann in der hohen Zeit des ‘progressiven’ Krautrock zusammen mit Düde Dürst von den Sauterelles und Hardy Hepp Krokodil, eine sagenumwobene Truppe, deren LPs, allesamt in Deutschland erschienen, heute wohl zu Höchstpreisen unter Sammlern gehandelt werden. Ich weiss nicht mal, ob die Sachen noch erhältlich sind – Google habt ihr ja selbst, nicht wahr.

Als Stift war ich grosser Fan von Krokodil und habe damals versucht, sie so oft wie möglich zu sehen – mit dem Töffli 60 km in kalter Nacht gefahren und so -, und fast 20 Jahre später habe ich mein seinerzeitiges Idol Walti Anselmo aufgespürt und mit ihm ein langes Interview geführt. Daraus wurde dann ein zweiteiliger Artikel in Angeldust, der seine ganze musikalische Biographie bis zur Auflösung von Krokodil erzählt. Sehr gelungen, bin heute noch stolz darauf!

Was nach 1985 geschah: Anselmo tauchte zwischendurch in der Aarauer Szene um die Bermuda Idiots und Gogo auf, man konnte ihn sogar mal in Biel konzertant erleben, an der Orgel der nicht minder legendäre Jelly Pastorini von der 60er Beatcombo The Sevens. Aber mir schien, es war ihm nicht allzu wohl dabei – jedenfalls war dem Projekt kein langes öffentliches Leben beschieden.

Mojo Weideli, der schöne Mojo, der bei Krokodil mit Mundharmonika und Querflöte stark zum unverwechselbaren Sound beitrug, war bis vor ein paar Jahren Barmann in der Aktionshalle der Roten Fabrik, allerdings nur noch ein Schatten seiner selbst. Er ist 2005 gestorben. Bilder von Krokodil, übrigens, gibt’s hier, auf der offiziellen Homepage. Dort finden sich auch weitere Infos.


Anselmo Teil 1


Anselmo Teil 2

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